Jede fünfte Seilbahn des Seilbahnriesen Doppelmayr wird jetzt in Städten gebaut

Seilbahnen sind weltweit als modernes öffentliches Verkehrsmittel auf dem Vormarsch. Laut dem österreichischen Hersteller Doppelmayr, dem Weltmarktführer für Seilbahntechnik, wird inzwischen jede fünfte neue Seilbahn in einer städtischen Umgebung gebaut. Doch Österreich selbst hinkt deutlich hinterher: Trotz vieler Pläne wurde dort noch keine einzige urbane Seilbahn realisiert.

Global auf dem Vormarsch

In Städten wie La Paz (Bolivien), Mexiko-Stadt und mehreren großen Metropolen in Afrika und Asien sind Seilbahnen längst keine Touristenattraktionen mehr, sondern vollwertige Verkehrsadern. In La Paz befördert ein Netz aus zehn Linien täglich mehr als 300.000 Menschen. Auch in Mexiko sind bereits mehrere von Doppelmayr gebaute Linien in Betrieb. „Mit Seilbahnen verbinde sein Unternehmen Quartiere, die schwer zugänglich seien oder wo beispielsweise Widerstände wie ein Fluss im Wege stehen, mit der bestehenden Infrastruktur. Im Verhältnis zu den großen Systemen wie die Metro sei eine Seilbahn deutlich billiger und relativ schnell umsetzbar“, sagt Reinhard Fitz, Leiter der internationalen Geschäftsentwicklung bei Doppelmayr. Mit einer Kapazität von bis zu 8000 Fahrgästen pro Stunde können moderne Seilbahnen laut Fitz mit Straßenbahnen und sogar U-Bahnen mithalten.

Paris: Das erste Großstadtprojekt in Europa

Europas erstes großes urbanes Seilbahnprojekt wird derzeit in Paris, Frankreich, gebaut. Ab Herbst 2025 wird eine fast 5 Kilometer lange Strecke mit fünf Stationen den Süden der Stadt mit dem U-Bahn-Netz verbinden. Sie wird rund 110 Millionen Euro kosten. Auch dieses Projekt wird von Doppelmayr realisiert

Österreich bleibt zurückhaltend

In Österreich ist das Thema noch heikler. Trotz früherer Pläne in Städten wie Salzburg, Graz, Linz und Innsbruck sind konkrete Schritte bisher ausgeblieben. „Die städtischen Verkehrssysteme seien bereits ausgebaut sind und man müsse natürlich auch durch bereits bebaute Siedlungsbereiche durchfahren. Da müsse man mit vielen Diskussionen und Einsprüchen rechnen,“, sagt Mobilitätsexperte Stefan Tischler von der Universität Innsbruck. Trotzdem ist die Idee lebendig: Vor zwei Jahren wurde in Innsbruck eine Machbarkeitsstudie über eine Seilbahn zwischen der Stadt und den Dörfern Igls und Lans durchgeführt. Sie wurde jedoch (noch) nicht verwirklicht.

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