Es ist nun offiziell: Am Graukogel in Bad Gastein werden im kommenden Winter keine Skilifte in Betrieb sein. Der alpine Winterbetrieb wird ab der Saison 2026/2027 eingestellt, und das Gebiet verschwindet daher aus den Übersichten der aktiven Skigebiete. Die Entscheidung wurde bereits im vergangenen Jahr angekündigt, wurde aber nun von Gastein für die kommende Wintersaison endgültig bestätigt. Im Sommer bleiben die Lifte jedoch wie gewohnt in Betrieb.
Kurz zusammengefasst
- Der Graukogel ist ab dem Winter 2026/2027 für Alpinskifahrer geschlossen.
- Die Skilifte und Skipisten werden im kommenden Winter nicht öffnen.
- Das Gebiet verfügt über 12 km Pisten und drei Lifte.
- Der Graukogel ist vollständig von Naturschnee abhängig.
- Die Sommerlifte werden 2027 wieder öffnen.
Keine Skilifte am Graukogel
Gastein hat Partner und Skiurlaub-Websites gebeten, den Graukogel aus ihren Übersichten der aktiven Skigebiete zu entfernen. Das gilt auch für die Kalender mit den Saison-Openings und Schließungsdaten für die Skisaison.
Damit ist klar, dass die Skilifte am Graukogel im Winter 2026/2027 nicht laufen werden. Auch die alpinen Skipisten werden nicht geöffnet. Auf der offiziellen Website von Gastein ist mittlerweile ebenfalls deutlich vermerkt, dass der Graukogel im Winter geschlossen bleibt.
Schließung wurde bereits letztes Jahr angekündigt
Die Schließung kommt nicht völlig unerwartet. Im November 2025 gaben die Gasteiner Bergbahnen bekannt, dass der Winterbetrieb ab der Saison 2026/2027 für drei Winter unterbrochen wird. Nach diesem Zeitraum sollte 2029 geprüft werden, ob eine Rückkehr zum regulären Skibetrieb möglich ist.
Die neue Mitteilung bestätigt nun, dass diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden. Darüber, was nach dem zuvor angekündigten Zeitraum von drei Wintern passiert, wird in den aktuellen Informationen nichts Neues gemeldet. Vorerst steht also nur fest, dass das Gebiet im kommenden Winter nicht öffnet.
Vollständig von Naturschnee abhängig
Der Graukogel ist eines der wenigen Skigebiete in Österreich, in dem kein technischer Schnee produziert wird. An den Pisten stehen keine Schneekanonen, wodurch die Öffnung vollständig von ausreichendem natürlichem Schneefall abhängig ist.
Das machte den Betrieb in den letzten Jahren immer schwieriger. Das Gebiet konnte nicht in jeder Saison zuverlässig öffnen und wurde zudem nur von einem kleinen Teil der Skiurlauber in Gastein besucht. Nach den Informationen, die letztes Jahr veröffentlicht wurden, nutzten etwa zwei Prozent aller Wintergäste in Gastein die Pisten am Graukogel.
Die Kombination aus unsicheren Schneebedingungen, hohen Kosten und niedrigen Besucherzahlen machte einen rentablen Winterbetrieb immer schwieriger.
Kleines, aber anspruchsvolles Skigebiet
Mit 12 km Pisten ist der Graukogel das kleinste Skigebiet von Gastein. Skiurlauber konnten dort zwei alte Zweier-Sessellifte und einen Schlepplift nutzen. Das Pistenangebot bestand hauptsächlich aus roten und schwarzen Abfahrten.
Gerade die Ruhe, die anspruchsvollen Pisten und der Naturschnee machten den Graukogel bei einer kleinen Gruppe erfahrener Skifahrer beliebt. Das Gebiet hat zudem einen besonderen Platz in der österreichischen Skigeschichte. 1958 wurden hier Wettbewerbe der Alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen.
Sommerbetrieb bleibt bestehen
Die Schließung bezieht sich ausschließlich auf den alpinen Winterbetrieb. Im Sommer bleiben die Graukogellifte jedoch aktiv. Gastein bestätigt, dass die Lifte auch im Sommer 2027 wieder laufen werden.
Der Berg bleibt dadurch für Wanderer und Naturliebhaber erreichbar. Besonders der jahrhundertealte Zirbenwald rund um den Berg wird im Sommer hervorgehoben. Auch der Zirbenweg an der Bergstation bleibt Teil des touristischen Angebots.
Ob der Graukogel nach der zuvor angekündigten Pause wieder als reguläres Skigebiet zurückkehrt, ist noch nicht bekannt. Vorerst bedeutet die Entscheidung jedenfalls, dass ab der Saison 2026/2027 ein Skigebiet weniger auf dem Pistenplan von Gastein steht.
