© Ötztal Tourismus/Johann Groder

Sölden will Weltcup-Auftakt verdoppeln: ab 2027 vier Rennen auf dem Gletscher

Das Skigebiet Sölden im Tiroler Ötztal will seinen traditionellen Auftakt der Skisaison deutlich ausbauen. Anstelle der derzeitigen zwei Riesenslaloms auf dem Rettenbachgletscher sollen ab der Saison 2027/2028 vier Weltcup-Rennen stattfinden. Für den kommenden Auftakt am 24. und 25. Oktober bleibt es noch bei den zwei bestehenden Riesenslaloms.

Kurz zusammengefasst

  • Sölden will den Weltcup-Auftakt von zwei auf vier Rennen auf dem Rettenbachferner erweitern.
  • Neben den Riesenslaloms für Frauen und Männer könnten zwei Super-G-Wettbewerbe hinzukommen.
  • Die Erweiterung könnte ab der Saison 2027/2028 in Kraft treten.
  • Hinter dem Plan steckt Jack Falkner, Direktor der Bergbahnen Sölden und Mitbegründer der Gletscherrennen.

Zwei Super-Gs als Favorit

Der Plan geht über bloß mehr Rennen im Kalender hinaus. Neben den bestehenden Riesenslaloms für Frauen und Männer möchte Sölden zwei Super-G-Wettbewerbe hinzufügen. Der Super-G ist eine Speed-Disziplin, die vom Tempo her zwischen der Abfahrt und dem Riesenslalom liegt.

Die Piste auf dem Rettenbachgletscher sei für diese schnellen Rennen geeignet. Das österreichische Speed-Team trainiert dort den Plänen zufolge regelmäßig Super-G. „Vincent Kriechmayr hat mir versichert, dass ein Super-G möglich wäre“, sagt Falkner im Kurier.

Als Alternative könnten auch zwei zusätzliche Slaloms kommen, doch der Schwerpunkt liegt auf dem Super-G. Im aktuellen Weltcup-Kalender stehen mehr Slaloms als Super-G-Rennen.

Gespräche mit ÖSV und FIS laufen

Hinter den Plänen steckt Jack Falkner, Direktor der Bergbahnen Sölden und einer der Erfinder der Gletscherrennen. Laut Kurier ist das Projekt bereits angelaufen. Im Hintergrund laufen Gespräche mit dem Österreichischen Skiverband ÖSV und dem internationalen Skiverband FIS. Auch bei der anstehenden FIS-Herbsttagung am Genfersee sollen die Pläne zur Sprache kommen.

Falkner will aus dem Auftakt mehr machen als nur ein belebtes Weltcup-Wochenende. Seine Idee ist, dass Sölden eine ganze Woche lang zum Treffpunkt der Skiwelt wird, wo Rennfahrer, Fans, Materialausrüster, Sponsoren und Touristen zum Saisonstart im Ötztal zusammenkommen.

Gletscherrennen seit den Neunzigern

Die Rennen auf dem Rettenbachgletscher begannen 1993. Anita Wachter gewann damals die erste Ausgabe mit einem Vorsprung von 2,63 Sekunden. Seit 2000 eröffnet der Weltcup-Kalender regelmäßig in Sölden; diesen ersten Saisonauftakt gewann Hermann Maier. Falkner gibt zu, dass 1993 auch Glück mit dem Wetter im Spiel war: Wäre es beim ersten Mal schiefgegangen, wäre das Rennen seiner Meinung nach vielleicht nie zu einer festen Größe geworden.

Auftakt am 24. und 25. Oktober

Für den anstehenden Saisonauftakt am 24. und 25. Oktober bleibt es bei den zwei Riesenslaloms. Auch dafür wird wieder mit großem Interesse gerechnet. Im vergangenen Jahr sorgte Julia Scheib mit ihrem Sieg vor heimischem Publikum für einen Besucherrekord: 15.900 Fans kamen zum Riesenslalom der Frauen.

Teile diesen Artikel:

Wonach suchen Sie?