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Schweizer Gletscher verlieren 2026 über 5 % Eis: lokal bis zu 13 Meter weg

Die Schweizer Gletscher haben 2026 erneut ein schlechtes Jahr hinter sich. Durch einen schneearmen Winter und einen heißen Sommer verloren sie 5,5 % ihres Eisvolumens, wie Messungen des Schweizer Gletschermessnetzes Glamos zeigen. Nur 2022 war noch extremer. An den niedrigsten Messpunkten verschwanden lokal bis zu 13 Meter Eis.

Kurz zusammengefasst

  • Die Schweizer Gletscher verloren 2026 5,5 % ihres Eisvolumens – nach 2022 der höchste Verlust seit Beginn der Messungen im Jahr 1950.
  • Am niedrigsten Messpunkt des Großen Aletschgletschers (auf rund 1980 Metern) schmolzen lokal etwa 13 Meter Eis.
  • Vier große Gletscher verloren mehr Eis als im Rekordjahr 2022: der Aletsch-, Allalin-, Clariden- und Rhonegletscher.
  • Insgesamt verschwanden etwa 2,5 Kubikkilometer Eis, also rund 2500 Milliarden Liter.

Zweitschlechtestes Jahr seit 1950

Die neuen Zahlen stammen aus Messungen, die Glamos im September 2026 an 23 Gletschern durchgeführt hat. Diese Werte wurden anschließend auf alle Schweizer Gletscher hochgerechnet. Mit einem Verlust von 5,5 % des Eisvolumens gehört 2026 nach 2022 zu den extremsten Gletscherjahren seit Beginn der landesweiten Messungen im Jahr 1950. Besonders die letzten Jahre fallen ins Gewicht. Zwischen 2022 und 2026 war der Verlust mehr als doppelt so hoch wie in jedem früheren Fünfjahreszeitraum. Seit 2021 sind dadurch fast 20 % des Eisvolumens verschwunden.

Lokal bis zu 13 Meter Eis weg

Die Unterschiede von Ort zu Ort sind groß. Über alle Schweizer Gletscher zusammen ergibt sich für 2025/2026 eine Massebilanz von minus 2,86 Metern Wasseräquivalent. Dieser Wert gibt an, wie viel Wasser eine bestimmte Schnee- oder Eismasse darstellt, sodass Gletscher unter verschiedenen Bedingungen miteinander vergleichbar sind. Im Rekordjahr 2022 lag dieser Wert bei minus 3,13 Metern. An tiefer gelegenen Gletscherzungen war die Schmelze viel heftiger. Dort verschwanden fast zehn Meter Eis. Am niedrigsten Messpunkt des Großen Aletschgletschers, auf etwa 1980 Metern Höhe, waren es sogar rund 13 Meter.

Vier Gletscher mit Negativrekord

Mitte September sorgte bereits ein Bild vom Konkordiaplatz am Großen Aletschgletscher für Aufsehen. Ein Messstab zeigte dort, dass im Laufe des Sommers fast sechs Meter Eis verschwunden waren.

Der Große Aletschgletscher ist einer von vier großen Gletschern, bei denen der Eisverlust 2026 noch extremer ausfiel als im bisherigen Rekordjahr 2022. Die anderen sind der Allalin-, der Clariden- und der Rhonegletscher.

Sommerschmelze 58 % über dem Durchschnitt

Die schlechte Ausgangslage war schon vor dem Sommer sichtbar, so der Glamos-Jahresbericht. Ende April lag auf den Schweizer Gletschern etwa 25 % weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Besonders zwischen Dezember und Mitte Februar blieb es außergewöhnlich trocken.

Ab der zweiten Maihälfte folgten mehrere Hitzeperioden. Dadurch lag die Sommerschmelze zwischen Mai und September 58 % über dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2020. In diesem Zeitraum lag die Nullgradgrenze an 76 Tagen über 4000 Metern.

Durch den trockenen Winter und die Sommerhitze fiel der sogenannte Gletscherschmelztag 2026 auf den 2. Juli. Das ist der Tag, an dem die Schweizer Gletscher ihre im Winter aufgebauten Schneereserven vollständig aufgebraucht haben und der Gletscher netto an Masse zu verlieren beginnt. Nur 2022 fiel dieser Tag mit dem 26. Juni noch früher.

Weniger Schmelzwasser trotz Hitze

Insgesamt verloren die Schweizer Gletscher 2026 etwa 2,5 Kubikkilometer Eis, ein Volumen von rund 2500 Milliarden Litern. Dennoch bedeutet dieser hohe Eisverlust nicht automatisch mehr Schmelzwasser als in früheren Extremjahren. Laut Glamos floss 2026 weniger Wasser aus den Gletschern als 2003, als die Schmelzrate pro Fläche etwa 25 % niedriger lag.

Die Ursache liegt in der mittlerweile viel kleineren Gletscherfläche. Je weniger Eis vorhanden ist, desto weniger Wasser kann selbst bei starker Schmelze freigesetzt werden.

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