Ein Gletscher bedeutet nicht automatisch, dass ein Skigebiet 365 Tage im Jahr geöffnet ist, aber er erhöht die Chance auf guten Schnee in der Vor- und Nachsaison deutlich. Österreich zählt sieben bekannte Gletscherskigebiete, jedes mit einem eigenen Charakter: von kompakt und ruhig bis hin zu groß und vielseitig. Hier unten kannst du die Gebiete vergleichen, den besten Reisezeitraum entdecken und lesen, worauf du vor der Buchung achten solltest.
Im Überblick:
- Österreich zählt sieben bekannte Gletscherskigebiete, in denen du regulär Skifahren kannst.
- Hintertux hat die längste Skisaison; andere Gebiete öffnen meist von Herbst bis Frühjahr.
- Eine hohe Lage hilft, aber Wind, Wärme und Wartungsarbeiten können das Pistenangebot einschränken.
- Überprüfe kurz vor der Abreise immer die aktuellen Öffnungszeiten der Lifte und Pisten.
Übersicht der Gletscherskigebiete in Österreich
Die Pistenkilometer in der folgenden Tabelle sind Richtwerte. Einige Skigebiete zählen nur die Gletscherpisten, während andere auch angeschlossene Teilgebiete mit einbeziehen.
| Gletscherskigebiet | Staat der | Höchster befahrbarer Punkt | Charakter |
|---|---|---|---|
| Kitzsteinhorn | Salzburger Land | ca. 3000 Meter | Vielseitig und gut erreichbar von Kaprun aus |
| Hintertuxer Gletscher | Tirol | 3250 Meter | Lange Skisaison und breite Pisten |
| Sölden | Tirol | 3250 Meter | Zwei Gletscher und viel Variation |
| Stubaier Gletscher | Tirol | 3210 Meter | Groß, familienorientiert und nah bei Innsbruck |
| Mölltaler Gletscher | Kärnten | 3122 Meter | Kompakt, hochgelegen und oft ruhig |
| Kaunertaler Gletscher | Tirol | gut 3100 Meter | Breite Pisten, Freeride und besondere Gletscherstraße |
| Pitztaler Gletscher | Tirol | 3440 Meter | Höchstgelegenes Skigebiet Österreichs |



Zell am See-Kaprun – Kitzsteinhorn
Das Kitzsteinhorn ist Teil des Skigebiets Zell am See – Kaprun. Der Gletscher erreicht eine maximale Höhe von 3203 Metern. Der höchste Punkt, den du auf Skiern erreichen kannst, ist die Aussichtsplattform „Top of Salzburg“ auf 3029 Metern Höhe. Von hier aus genießt du einen herrlichen Ausblick auf einige sehr beeindruckende Berggipfel. Tipp: Dutchweek Zell am See – Kaprun!
Das Skigebiet Kitzsteinhorn/Maiskogel-Kaprun besteht aus etwas mehr als 50 Pistenkilometern. Jeder Skifahrertyp kommt hier auf seine Kosten. Neben normalen Pisten findest du hier Funslopes und Funparks. Über das Skigebiet verteilt liegen allerlei gemütliche Berghütten, in denen du die österreichische Küche genießen kannst. Skifahren auf dem Kitzsteinhorn ist von Herbst bis zum Frühsommer möglich. Aber auch in den Sommermonaten kannst du dem Gletscher einfach einen Besuch abstatten. Die Pisten sind dann zwar geschlossen, aber du kannst in der Ice Arena rodeln gehen, die Aussichtsplattform besuchen oder eine Tour mit einem Nationalpark-Ranger machen.
Geeignet für: Familien, Freundesgruppen, Freestyler und Wintersportler, die einen Gletscherbesuch mit Zell am See und Kaprun kombinieren möchten.
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Hintertuxer Gletscher
Der Hintertuxer Gletscher liegt am Ende des Tuxertals, oberhalb des Ortes Hintertux. Das Gletscherskigebiet ist Teil von Ski Zillertal 3000, zu dem auch Mayrhofen gehört. Das Skigebiet ist an vielen Tagen im Jahr geöffnet, was ziemlich besonders ist. Im Winter hast du hier Zugang zu etwa 60 Pistenkilometern. In den Sommermonaten (wenn das Skigebiet geöffnet ist) ist dieses Angebot auf +/- 20 km begrenzt.
Der höchste Punkt, den du auf Skiern erreichen kannst, liegt auf 3250 Metern Höhe. Der Gletscher selbst erreicht eine maximale Höhe von 3476 Metern. Die Abfahrten sind meist breit und bieten für jeden Wintersporttyp das Richtige. Das Dorf Hintertux, in dem sich der Gletscher befindet, ist klein. Dennoch hast du hier alles, was du brauchst: Unterkünfte, Après-Ski und so weiter.
Geeignet für: begeisterte Skifahrer, Trainingseinheiten, einen frühen Skiurlaub und alle, die eine möglichst hohe Chance auf geöffnete Pisten haben wollen.

Sölden – Tiefenbach- und Rettenbachgletscher
Sölden ist eines der schneesichersten Wintersportziele in Österreich. Das Skigebiet rund um das Dorf bietet Zugang zu drei Dreitausendern und zwei Gletschern. Dank des Rettenbachgletschers und des Tiefenbachgletschers kannst du in Sölden in der Regel von Anfang September bis Anfang Mai Skifahren. Du kannst die Gletscher mit dem Skilift, aber auch mit dem Auto erreichen. Wenn du das tust, fährst du durch den höchsten Straßentunnel der Alpen. Natürlich ist das Autofahren nicht zwingend erforderlich.
Das Skigebiet bietet für jeden Wintersporttyp das Richtige. Die meisten Abfahrten sind breit und blau. Zudem gibt es einige schöne Berghütten. Besuche unbedingt die Aussichtsplattformen (BIG 3), denn von dort genießt du bei klarem Wetter eine fantastische Aussicht.
Geeignet für: sportliche Skifahrer, Freundesgruppen und Wintersportler, die viel Pistenabwechslung suchen.

Stubaier Gletscher
Mit etwa 60 Pistenkilometern ist der Stubaier Gletscher nicht nur einer der größten Gletscher Österreichs, sondern auch der Alpen. Der Gletscher liegt am Ende des Stubaitals. Hier findest du auch die kleineren Skigebiete Schlick 2000, Elfer und Serles. Übernachten kannst du in mehreren stimmungsvollen Dörfern. Mit der Gamsgarten- und der 3S-Eisgratbahn sind die Pisten des Skigebiets erreichbar. Die Skisaison dauert in der Regel von September bis Anfang Juni.
Ideal an diesem Gletscherskigebiet ist die Nähe zu Innsbruck. Mit dem Bus oder Auto ist die Tiroler Landeshauptstadt leicht zu erreichen. Ideal für einen Skiurlaub mit dem Flugzeug! Der Stubaier Gletscher bietet für jeden etwas: schöne Pisten, Familieneinrichtungen, tolle Berghütten, einen Funpark und den Aussichtspunkt „Top of Tyrol“.
Geeignet für: Familien, Anfänger, Freestyler und Wintersportler, die einen Gletscher in der Nähe von Innsbruck suchen.

Mölltaler Gletscher
Der Mölltaler Gletscher ist das einzige Gletscherskigebiet Kärntens. Die Pisten reichen bis auf 3122 Meter und das Gebiet zählt etwa 17,4 Pistenkilometer. Mit neun Liften ist es ein kompaktes Skigebiet, das man schnell kennenlernt. Von der Talstation bringt dich der unterirdische Gletscher Express in etwa acht Minuten auf über 2200 Meter. Weiter oben am Berg liegen blaue, rote und schwarze Pisten, ein Snowpark und Freeride-Möglichkeiten. Vom Panoramarestaurant am Eissee blickst du auf verschiedene Dreitausender im Nationalpark Hohe Tauern.
Das Gebiet ist kleiner als Hintertux, Sölden und Stubai. Dafür ist es oft übersichtlich und relativ ruhig. Der Mölltaler Gletscher ist daher interessant für einen kurzen Skitrip, Trainingseinheiten oder Wintersportler, die kein Bedürfnis nach hunderten Pistenkilometern haben. Im Gegensatz zu manchen älteren Informationen ist der Mölltaler Gletscher kein festes Sommerskigebiet mehr. Die Saison läuft heutzutage meist von Herbst bis zum späten Frühjahr (meist Ende Mai).
Geeignet für: Ruhezoekende, Trainingsgruppen und Wintersportler, die ein kompaktes Gletscherskigebiet suchen.

Kaunertaler Gletscher
Das Besondere am Kaunertaler Gletscher ist, dass du hier im Gegensatz zu vielen anderen Gletscherskigebieten mit dem Auto bis zum Gletscher fahren kannst. Das ist wirklich empfehlenswert. Die Route ist ein Erlebnis und führt dich durch eine herrliche Landschaft mit grandiosen Ausblicken. Auf 2150 Metern Höhe kannst du das Auto parken und hast von hier aus Zugang zum Skigebiet. Der Kaunertaler Gletscher bietet etwas mehr als 20 Pistenkilometer.
Das Skigebiet ist übersichtlich, und da der Großteil der Abfahrten blau ist, kommt es auch bei Anfängern gut an. Ideal ist, dass es hier eigentlich nie wirklich voll ist. Auch Freerider sind hier an der richtigen Adresse; es gibt einige schöne Skirouten. Und wenn du Hunger bekommst? Dann findet sich immer eine gemütliche Berghütte.
Geeignet für: Anfänger, Freerider, Snowboarder und Wintersportler, denen Ruhe und Platz wichtig sind.

Pitztaler Gletscher
Der Pitztaler Gletscher im Pitztal reicht bis auf 3440 Meter und ist damit das höchste Skigebiet Österreichs. Zusammen mit dem Skigebiet Rifflsee verfügt die Region über etwa 68 Pistenkilometer. Beide Gebiete lassen sich über eine Talabfahrt und eine Skibusverbindung kombinieren. Durch die hohe Lage beginnt die Skisaison meist schon im September und dauert oft bis Anfang Mai an.
Den höchsten Punkt erreichst du mit der Wildspitzbahn. Von der Bergstation hast du einen Ausblick auf die 3774 Meter hohe Wildspitze und Dutzende andere Dreitausender. Die Pisten sind abwechslungsreich, auch wenn das eigentliche Gletschergebiet kompakter ist, als die Gesamtkilometerzahl mit Rifflsee vermuten lässt. Durch die Höhe kann das Wetter schnell umschlagen. Wind, Nebel oder heftiger Schneefall haben hier mehr Einfluss auf den Liftbetrieb als in geschützteren Skigebieten.
Geeignet für: späten Skiurlaub, sportliche Skifahrer und Wintersportler, die viel Wert auf Höhe und Schneesicherheit legen.

Wann ist die beste Zeit für einen österreichischen Gletscher?
Szenario A: Du möchtest früh in der Saison Skifahren
Für einen Skiurlaub im Oktober oder November sind Hintertux, Sölden, Stubai, Pitztal und Kaunertal oft die ersten Optionen. Welche Pisten tatsächlich offen sind, hängt von Neuschnee, Temperaturen und der Vorbereitung des Gebiets ab.
Eine frühe Eröffnung bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Skigebiet zur Verfügung steht. Im Oktober und November können Schlepplifte, Trainingspisten und eine begrenzte Anzahl an Abfahrten den Großteil des Angebots ausmachen. Schau dir daher neben dem Eröffnungsdatum auch die Anzahl der geöffneten Lifte und Pisten an.
Szenario B: Du möchtest im Frühjahr Skifahren
Im März und April profitieren Gletscher von ihrer hohen Lage. Der Schnee ist morgens oft hart und schnell, während die Pisten später am Tag weicher werden. Beginne daher früh und wähle nachmittags vorzugsweise höher gelegene oder nordseitig ausgerichtete Abfahrten.
Gebiete wie Hintertux, Kitzsteinhorn, Stubai, Sölden, Pitztal und Mölltal bleiben oft länger geöffnet als tiefer gelegene Skigebiete. Das Schließungsdatum hängt nicht nur vom Schnee ab, sondern auch von den Besucherzahlen, Wartungsarbeiten und der Verfügbarkeit von Personal.
Ein Gletscher bedeutet nicht, dass immer alles offen ist
Der Begriff „Gletscherskigebiet“ wird oft mit vollständiger Schneesicherheit gleichgesetzt. In der Praxis ist das jedoch differenzierter zu betrachten.
- Starker Wind kann hohe Gondeln und Sessellifte zum Stillstand bringen.
- Nebel und Schneefall können die Sicht stark einschränken.
- In der Vorsaison ist manchmal nur ein Teil der Pisten präpariert.
- Bei Wärme können Pisten schon früher am Tag weich werden.
- Gletschereis, Wartungsarbeiten und Gletscherschwund können zu angepassten Liftrouten führen.
Schau dir daher kurz vor der Abreise den Liftstatus, die Webcams, den lokalen Wetterbericht und die geöffneten Talabfahrten an. Besonders bei einer Kurzreise von ein oder zwei Tagen macht das einen großen Unterschied.
Häufig gestellte Fragen zu Gletschern in Österreich
Wie viele Gletscherskigebiete hat Österreich?
Österreich hat sieben bekannte Gebiete, in denen regulär auf oder um einen Gletscher Ski gefahren wird: Kitzsteinhorn, Hintertux, Sölden, Stubai, Mölltal, Kaunertal und Pitztal. Der Dachsteingletscher wird nicht mehr als reguläres Alpinskigebiet gezählt, da man dort keinen Skiurlaub mehr machen kann.
Welcher Gletscher in Österreich ist am längsten geöffnet?
Der Hintertuxer Gletscher hat die längste Skisaison in Österreich. Das Gebiet bietet oft auch außerhalb der klassischen Wintermonate einige Pisten an. Die Anzahl der geöffneten Pisten variiert stark je nach Saison und Tag.
Kann man im Sommer in Österreich Skifahren?
Sommerskifahren ist heutzutage stark eingeschränkt. In Hintertux kann in manchen Sommerperioden noch Ski gefahren werden, abhängig von den Bedingungen und der Betriebsplanung. Die anderen österreichischen Gletscher sind im Sommer meist nur für Sightseeing, Wandern oder andere Bergaktivitäten geöffnet.
Was ist das höchste Gletscherskigebiet Österreichs?
Der Pitztaler Gletscher ist das höchste Skigebiet Österreichs. Die Wildspitzbahn bringt Wintersportler auf 3440 Meter Höhe.
Welches Gletscherskigebiet ist für Anfänger geeignet?
Der Stubaier Gletscher, der Kaunertaler Gletscher und der Tiefenbach-Teil von Sölden haben viele breite und übersichtliche Pisten. Auch am Kitzsteinhorn und in Hintertux gibt es einfache Abfahrten. Überprüfe in der Vorsaison jedoch, ob die Anfängerlifte geöffnet sind.
Sind Gletscher immer schneesicher?
Gletscher sind durch ihre Höhe im Durchschnitt schneesicherer als tiefer gelegene Skigebiete. Das bedeutet nicht, dass alle Lifte und Pisten immer offen sind. Wind, Sicht, Temperatur, Wartung und die Neuschneemenge bleiben entscheidend.
Ist Skifahren auf einem Gletscher schwieriger?
Nicht automatisch. Viele Gletscher haben breite blaue Pisten. Die Höhe, harter Schnee, Wind und eingeschränkte Sicht können einen Skitag jedoch anstrengender machen. Mach genügend Pausen und unterschätze den Einfluss der Höhe nicht.
Was sollte man in ein Gletscherskigebiet mitnehmen?
Benutze Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, trage eine gute Skibrille und nimm mehrere Kleidungsschichten mit. Die Temperatur und der Wind können zwischen dem Tal und dem Gletscher stark variieren. Spezielle Ski sind für präparierte Pisten nicht erforderlich.