In Frankreich sind in der Wintersaison 2025/2026 35 Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Damit war es einer der tödlichsten Winter der letzten zehn Jahre. Besonders Off-Piste-Skifahrer und Tourengeher waren betroffen. Laut Lawinenexperten sorgte eine hartnäckige Schwachschicht in der Schneedecke, in Kombination mit starken Schneefällen und belebten Momenten in den Bergen, für außergewöhnlich gefährliche Bedingungen.
Im Überblick:
- In Frankreich gab es im vergangenen Winter 35 Lawinentote
- Bei 32 Opfern ereignete sich der Unfall beim Off-Piste-Skifahren oder auf einer Skitour
- Eine langanhaltende Schwachschicht im Schnee spielte bei vielen Lawinen eine wichtige Rolle
- Nur 2017/2018 und 2020/2021 gab es in den letzten zehn Jahren mehr Tote
Einer der tödlichsten Winter seit Jahren
Zwischen dem 26. Dezember 2025 und dem 6. Juni 2026 registrierte die französische Lawinenorganisation ANENA 29 tödliche Lawinenunfälle, bei denen insgesamt 35 Menschen ums Leben kamen. Von ihnen waren 16 beim Off-Piste-Skifahren und 16 auf einer Skitour unterwegs. Die übrigen Opfer starben bei anderen Bergaktivitäten.
Der Durchschnitt im Zeitraum von 2015 bis 2025 liegt bei 21,7 Lawinentoten pro Jahr. Nur die Winter 2017/2018 mit 38 Toten und 2020/2021 mit 40 Toten forderten in den letzten zehn Jahren mehr Opfer.
Hartnäckige Schwachschicht in der Schneedecke
Die wichtigste Erklärung liegt Experten zufolge im Aufbau der Schneedecke. Nach frühen Schneefällen folgte von Anfang Dezember bis Anfang Januar eine lange, trockene und kalte Periode. Dadurch entstand an vielen Stellen eine Schwachschicht aus kantigen Schneekristallen.
Als später Neuschnee darauf fiel, blieb diese Schwachschicht tief in der Schneedecke bestehen. Selbst nach starken Schneefällen konnte die Schicht noch gestört werden, wodurch große Lawinen entstehen konnten. Laut ANENA war es lange her, dass eine solche Schwachschicht so langanhaltend und an so vielen Stellen für Probleme sorgte.
Viel Schnee in kurzer Zeit
Ab dem 8. Januar folgten mehrere Perioden mit starken Schneefällen. Am 10. Januar galt in 29 der 35 französischen Bergregionen Lawinenwarnstufe 4. Genau danach klärte es sich am Wochenende auf und viele Menschen zog es in die frisch verschneiten Berge. In diesem Zeitraum kamen sechs Menschen in den nordfranzösischen Alpen ums Leben.
Auch im Februar fiel in kurzer Zeit viel Schnee. Im Mont-Blanc-Massiv wurden lokal zwei Meter Neuschnee in drei Tagen gemessen. Lawinen konnten dabei nicht nur den Neuschnee mitreißen, sondern auch bis zur älteren Schwachschicht durchdringen. Am 13. Februar kamen dadurch drei Menschen bei einer sehr großen Lawine im Off-Piste-Gelände von Val-d’Isère ums Leben.
Besonders Savoyen schwer betroffen
Fast die Hälfte der tödlichen Lawinenunfälle ereignete sich in Savoyen. Dort passierten relativ viele Unfälle beim Off-Piste-Skifahren. Die Hautes-Alpes machten 28 Prozent der Unfälle aus, hauptsächlich bei Skitouren.
Auffällig ist auch, dass bei 38 Prozent der tödlichen Vorfälle Lawinenwarnstufe 4 galt. Im Zeitraum von 2014 bis 2024 waren es nur 13 Prozent.
Gute Vorbereitung bleibt notwendig
Die Zahlen sagen nichts über den Verlauf des kommenden Winters aus: Die Schneebedingungen variieren von Saison zu Saison stark. Abseits der gesicherten Pisten bleibt eine gute Vorbereitung jedoch unerlässlich. Checke den aktuellen Lawinenlagebericht, nimm immer einen Lawinenpiepser, Schaufel und Sonde mit und stelle sicher, dass du weißt, wie du diese Ausrüstung benutzt. Bei Zweifeln an den Bedingungen ist Umkehren immer die sicherste Wahl. Am sichersten ist es, mit einem Guide unterwegs zu sein.
